Gastdirigent: Oliver Weder
Solistinnen: Mirella Petrove (Klavier)
Rieko Yoshizumi (Klavier)
Programm:
Camille Saint-Saen Karneval der Tiere (Sprecher: Friedrich-Wilhelm Junge)
Maurice Ravel Ma me´re l`oye
Mit einem verschmitzt-zwinkernden Auge wurde der „Karneval der Tiere“ 1886 als Überraschung für ein Fastnachtskonzert des französischen Cellisten Charles Lebouc geschrieben. Als Scherz gedacht und ursprünglich als Übungen für seine eigenen Klavierschüler konzipiert, zitiert und verulkt Saint-Saëns verschiedenste Komponisten. So zum Beispiel erklingen im Schildkrötenballett Zitate aus Jacques Offenbachs Can-Can, beim Auftritt der Elefanten sind Ähnlichkeiten mit Musik des „Sylphentanzes“ aus „Faust`s Verdammung“ von Berlioz zu erkennen und eine Arie Rossinis scheint unter den „Fossilien“ parodiert zu sein.
Eine Besonderheit dieses Programms ist der Text des Autors und Literaturwissenschaftlers Roger Willemsen. Ganz entgegen der wohl bekanntesten Fassung von Loriot wird hier die Musik Saint-Saens nicht nur kommentiert - hier sind Text und Musik eigenständige Elemente. Der bekannte Dresdner Schauspieler Friedrich Wilhelm Junge nimmt den Hörer mit auf diese scharfzüngige, spöttische, humorvolle und witzige Reise ins Reich der Tiere: „Hochverehrtes Publikum, Damen, Herren, ungelogen: Schön habt Ihr Euch angezogen. Vom Pinguin den schwarzen Frack, vom Goldfasan den Nagellack, die dritten Zähne von der Zecke, das Lipgloss von der Weinbergschnecke und manche ält´re Dame wusch sich ihren Kopf flamingo-rouge.“
Das zweite Stück des Konzerts - „Ma mere l’oye“ (Meine Mutter, die Gans), fünf Kinderstücke für zweihändiges Klavier – hatte Maurice Ravel 1908 für die Kinder eines befreundeten Ehepaares geschrieben. Zwei Jahre später kam die Orchesterfassung in Paris zur Aufführung. Der Titel ist einer Märchensammlung von Charles Perraults entlehnt, der in Frankreich so populär ist wie in Deutschland die Gebrüder Grimm. Solistinnen des Konzerts sind Mirella Petrova und Rieko Yoshizumi (Klavier), das Konzert wird geleitet von Oliver Weder.