mit den Landesbühnen Sachsen
Lyrische Szenen von Peter I. Tschaikowski
17.30 Uhr Einführung in die Oper im Schloss-Foyer
Sehnsucht ist das große Thema dieses Opernabends – die Sehnsucht, ein lebendiges und erfülltes Leben zu leben und nicht am wahren Leben vorbei.
Dabei träumt Tatjana nicht nur davon, für sich die eng gesteckten Grenzen gesellschaftlicher Normen zu sprengen – sie handelt auch entsprechend: Dass sie allerdings ausgerechnet in dem Gutsnachbarn Eugen Onegin den Mann zu erkennen glaubt, der ihrer Liebe Flügel verleihen könnte, ist ihre Tragik. Denn der welterfahrene Onegin gesteht menschlichen Beziehungen längst keine sinnstiftende Bedeutung mehr zu. Ohne ein Gefühl für die Emotionen anderer weist er Tatjanas mutiges Werben kurzerhand zurück. Und als er im Duell auch noch seinen Freund Lenski erschießt, den er zuvor mutwillig brüskiert hat, verlässt Onegin die Gegend ganz. Doch der Schuld, die er auf sich geladen hat, kann er nirgends entkommen. Als Eugen Onegin nach Jahren vergeblicher Flucht vor dem eigenen Selbst bei einer Wiederbegegnung mit Tatjana plötzlich fühlt, dass allein ihre Liebe ihn von seinen Alpträumen erlösen könnte, ist es zu spät. Tatjana ist vergeben und macht ihm unmissverständlich klar, dass sich das Leben nicht zurückdrehen lässt.
Entgegen aller Konvention komponiert Tschaikowski in dieser Oper nach Puschkins Versroman einen Stoff aus dem russischen Alltagsleben, lyrische Szenen, die die elegisch getönten Werke Tschechows voraus zu nehmen scheinen, ein tiefes Seelen-Drama von dauerhafter Gültigkeit, das ihm für immer einen Platz unter den Klassikern der Opernliteratur sichert: Schon allein der „sinfonischen“ Briefszene Tatjanas wegen, die als eine der längsten Soloszenen des Repertoires nicht nur inhaltlich an die Grenzen der Gattung rührt.
Musikalische Leitung: GMD Michele Carulli
Inszenierung: Therese Schmidt
Choreographie: Reiner Feistel
Choreinstudierung: Sebastian Matthias Fischer
Ausstattung: Stefan Wiel
Besetzung:
Eugen Onegin, Gutsnachbar (Bariton) - Norman D. Patzke ;
Larina, Gutsbesitzerwitwe (Mezzosopran) – Waltraud Berger;
Tatjana, ältere Tochter (Sopran) – Stephanie Krone; Olga, jüngere Tochter (Mezzosopran) – Hannah Schlott; Filipjewna, Kinderfrau (Mezzosopran) – Silke Richter;
Lenski, Gutsnachbar und Dichter (Tenor) – Guido Hackhausen;
Triquet, ein Franzose (Tenor) - Andreas Petzoldt; Fürst Gremin (Bass) – Hagen Erkrath; Saretzki, Sekundant (Bass) – Dietmar Fiedler; Ein Hauptmann (Bass) – Enrico Döring/ Stefan Glause
Chor: Bauern, Beerenpflückerinnen, Festgäste