Szenen aus Henri Murgers "La Vie de Bohème"
von Giacomo Puccini in deutscher Sprache
Der Untertitel von "La Bohème" verweist auf eine besondere Art der literarischen Quelle: Eine Folge von Zeitungsartikeln, in denen der malende und dichtende Bohèmien Murger über sein Leben im Paris um 1845 berichtet. Die Episodenhaftigkeit der Vorlage, zusammengefasst 1851 in einem Roman, machte es Puccinis Librettisten nicht leicht. Aber Giacosa und Illica, die dem Komponisten später auch bei "Tosca" und "Madama Butterfly" zu Seite stehen, gelingt mit "La Bohème" das Kunststück, dramaturgisch neue Wege zu gehen und eine Bilderfolge zu schreiben, die durch das lose Band der Liebesgeschichte zwischen dem Dichter Rodolfo und der schwindsüchtigen Näherin Mimi zusammengehalten wird.
Da der Dichter wie sein Freund, der Maler Marcel, von der Hand in den Mund lebt, kann Rodolfo der kranken Mimi keine wirkliche Hilfe sein. Zwangsläufig kommt es zur Trennung. Doch als Marcels Freundin Musette die sterbende Mimi ins Atelier der Künstler bringt, kümmern sich alle rührend und Mimi ist in ihrer letzten Stunde nicht allein.
Den zarten Lyrismen und weich aufblühenden Kantilenen der Mimi- und Rodolfo-Szenen, die die Partitur Puccinis berühmt gemacht haben, stehen auf der anderen Seite temperamentvolle Schilderungen des ärmlichen, doch fröhlichen Bohème-Lebens gegenüber: "Ich kenne niemanden", formulierte Debussy, "der das Paris dieser Zeit so gut beschrieben hat, wie Puccini in 'La Bohème'".
Musikalische Leitung: GMD Michele Carulli; Inszenierung: Horst O. Kupich;
Ausstattung: Studenten der TU Berlin: Bühne: Lena Heeschen; Kostüme: Anne-Kathrin Schaper-Jesussek; Mentorin: Prof. Kerstin Laube